"Molto rumore per nulla", WVZ 1674, Öl auf Leinwand 100 x 130 cm (verkauft); © Martin Eller

Ein prächtiges altes Landhaus irgendwo in der Toskana, natürlich mit den unvermeidlichen Zypressen unter blauem Himmel; auch ein krankes Exemplar ist darunter, ein Opfer eines im Mittelmeerraum weit verbreiteten Schadpilzes. Einen solchen Kontrapunkt in ein Landschaftsgemälde zu setzen war früher etwas gewagt: Kunsthändler hatten gerne vollkommen idealisierte Landschaften im Angebot, die keinerlei Disharmonien aufweisen, um wirklich jede Nachfrage bedienen zu können.

WVZ 1674 100 130 "Molto rumore per nulla" von Martin Eller (verkauft)
„Molto rumore per nulla“

Das ist m. E. keine gute Herangehensweise an ein gutes Bild natürlicher Voränge, wie es Landschaften und Gartenstücke eben sind. Das wird von Sammlern anscheinend ähnlich gesehen, sonst hätten von diesem Motiv nicht drei Variationen in so kurzer Zeit verkauft werden können.

Der Titel nimmt Bezug auf eine Verfilmung des Theaterstücks „Viel Lärm um nichts“ von Shakespeare, opulent mit vielen bekannten SchauspielerInnen in Szene gesetzt von Kenneth Brennagh. In einer der bekanntesten Szenen daraus, die genauso in dem Garten auf dem Bild unter den Zypressen spielen könnte, singt Balthasar dem Don Pedro „ein hübsches Lied, auf meine Ehre“ (der englische Originaltext aus der Entstehungszeit stammt möglicherweise von Shakespeare selbst):

Sigh no more, ladies, sigh no more.
Men were deceivers ever,
One foot in sea, and one on shore,
To one thing constant never.
Then sigh not so, but let them go,
And be you blithe and bonny,
Converting all your sounds of woe
Into hey, nonny, nonny.

Sing no more ditties, sing no more
Of dumps so dull and heavy.
The fraud of men was ever so
Since summer first was leafy.
Then sigh not so, but let them go,
And be you blithe and bonny,
Converting all your sounds of woe
Into hey, nonny, nonny.

„Klagt, Mädchen, klagt nicht Ach und Weh,
Kein Mann bewahrt die Treue.
Am Ufer halb, halb schon zur See,
Reizt, lockt sie nur das Neue.
Weint keine Trän‘ und lasst sie gehn,
Seid froh und guter Dinge,
Dass statt der Klag‘ und dem Gestöhn‘
Juchheisasa erklinge.

Singt nicht Balladen trüb und bleich,
In Trauermelodieen:
Der Männer Trug war immer gleich,
Seitdem die Schwalben ziehen.
Weint keine Trän‘ und lasst sie gehn,
Seid froh und guter Dinge,
Dass statt der Klag‘ und dem Gestöhn‘
Juchheisasa erklinge.“

Shakespeare, Viel Lärm um nichts, 2,3