Theodor Storm
"Theodor Storm", Zeichenmappe 3 aus 1975 bis ca. 1977, Bleistift und Tusche auf Papier ca. 20 x 20 cm; © Martin Eller
„Theodor Storm“, aus 1975, Bleistift und Tusche auf Papier 20 x 20 cm.

Bereits in meiner Jugend las ich die Werke von Theodor Storm mit Begeisterung, Immensee war eine meiner Lieblingsgeschichten; auch Pole Poppenspäler, Waldwinkel und den Schimmelreiter kannte ich gut. Meinen eigenen Kindern las ich später Der kleine Häwelmann aus Storms gesammelten Werken vor.

Diese Geschichten wühlten mich füher so um, daß ich Storm in meiner jugendlichen Begeisterung kurzerhand zum größten Dichter aller Zeiten erklärte – kleiner ging es nicht – und mich gedrängt sah, den würdigen Greis von dem Umschlagfoto abzuzeichnen. Es gab auch noch eine Zeichnung zur Stadt am grauen Meer, die ich heimlich in der Schule unter dem Tisch skizzierte, als es im Deutschunterricht gerade um dieses Gedicht ging; die finde ich aber nicht mehr.

Das Buch mit Storms Werken habe ich heute noch stets griffbereit im Regal. Ich habe es viel gebraucht, als mein Sohn starb; ich meine die Den Toten gewidmeten Dichtungen darin. Und als ich mich unlängst mit dem Tonio Kröger von Thomas Mann befasste, las ich natürlich auch Immensee wieder. Ich erinnerte mich daran, wieviel mir die Werke von Storm einst bedeuteten – und an die Zeichnung, die seit Jahrzehnten in einer Mappe verschlossen lag.