"Le grand nuage" von Martin Eller

Konstituierend für das logische Bild ist die logisch-physikalische Wirklichkeit, hier mit dem Existenzquantor ∃ notiert:

 (∃x);ƒ(x) → „es existiert x; Funktion x“.

In der Fotografie scheint sich das logische Bild aus der angewandten strahlensatzkonformen Fototechnik von selbst zu ergeben. Daraus kann die These (∃x);ƒ(x) abgeleitet werden: Kunst bildet zwangsläufig Entitäten (x) der logisch-physikalischen Wirklichkeit () im elektromagnetischen Wellenspektrum von 380 bis 780 nm ab. Denn:

Jeder der malt, malt etwas aus der Natur. Selbst das Zufällige, etwa wenn Gerhard Richter mit dem Rakel die Ölfarbe pfundweise verspachtelt, auf das daraus etwas neues entstehe, ist ja notwendig den Naturgesetzen unterworfen, die im Material mit seinen physikalischen und chemischen Eigenschaften innewohnen. Es gefällt mir daher sehr gut, wenn Jackson Pollock sagt, er male keine Natur, er selbst sei die Natur. Die gepriesene Abstraktion mit ihren angeblichen geistigen Eigenwerten unterscheidet sich nicht prinzipiell von naturalistischen oder realistischen Darstellungsweisen. Die Farben selbst sind ja natürliche Erscheinungen. Man braucht nur einmal ein realistisches Landschaftsgemälde zu vergrößern, um zu sehen, das diese Bilder im Kleinen aus vielen abstrakten Bildzeichen zusammengesetzt sind. (M. E., Hypomnema)

Die Antithese dazu: Kunst erschafft neue Entitäten.

Die folgenden Sätze aus meinem Traktat sind die Kerngedanken zum logischen Bild:

2.1.14
Das mögliche natürliche Bild ist das logische Bild; es besteht aus den konvergierenden Ergebnissen aller Natur­wissenschaften.

6.2.10
Logik eröffnet das mit der Wirklichkeit übereinstimmende logische Bild.

6.2.11
Das logische Bild bildet die Logik ab.

6.2.11.1
Daß die Logik durch das logische Bild abgebildet wird, ist u. a. daran zu sehen, daß ein der Geometrie widersprechendes Bild unmöglich ist.

6.2.11.2
Das logische Bild zeigt das, was a priori als Gegenstand im Bild möglich gewesen wäre.

6.2.11.2.1
Malerei a priori gibt es nicht.

6.2.11.3.1
Es gibt kein logisches Bild mit einer falschen Darstellung wie es keines gibt, das einem anderen logischen Bild widerspricht.

6.2.11.3.4
Logische Bilder sind ausschließlich von logischen Zuständen möglich – also von den Relationen der logisch­-physikalischen Struktur.

6.2.11.3.5
Das logische Bild kann auch das natürliche Bild genannt werden.

6.2.11.4
Die Form des logischen Bildes ist: (∃x); ƒ(x).

6.2.11.5.2.1
Das logische Bild ist eine Tautologie (p ⇒ p‘ ∨ p’⇒ p) ; es ist immer „wahr“ (oder wahrscheinlich) ­ oder es ist kein logisches Bild.

6.3.14
Die Masse der Kunstwerke sind nicht­-logische Bilder.

M. E., Außer der Zeit