Keilrahmenblech an einem Leinwandgemälde © Galerie Alte Schule

Einfache Aufhängung

Für das einfache Aufhängen eines (ungerahmten) Gemäldes auf handelsüblichen Keilrahmen (sog. Standardkeilrahmen, Querschnitt ca. 19 x 45 mm) sind Keilrahmenbleche gut geeignet. Durch diese einfachen, preiswerten Stanzteile aus verzinktem Stahlblech erübrigt sich die Anbringung einer Aufhängevorrichtung am Keilrahmen. Diese Teile sind im Fachhandel oder von Galerie Alte Schule zu beziehen; für die Montage steht dort auch eine ausführliche Montageanleitung bereit.

Es werden einfach zwei Bleche in gleichem Abstand von den Außenecken an das Keilrahmenprofil gesteckt. Zwei kleine Stahlnägel mit kleinem Kopf genügen. Diese müssen allerdings Waagrecht in der Wand eingeschlagen werden, am besten leicht schräg von oben. Eine Wasserwaage und ein Bleistift helfen, die Waagrechte Position an der Wand zu markieren. Der Abstand zwischen den beiden Stahlnägeln muss nicht so genau eingehalten werden, selbst eine Toleranz von mehreren Zentimetern macht nichts aus, da ja die Keilrahmenbleche entsprechend versetzt werden können.

„Klassische“ Aufhängung

Früher wurden Gemälde auf Keilrahmen (mit und ohne Zierrahmen) in der Regel mit einer Bilderschnur an Haken aufgehängt. Dies führt – je nach Montageweise mehr oder weniger – zu einer Neigung der Bildfläche nach vorne. Das hat Vorteile für Gemälde, die eine stark glänzende (gefirnisste) Oberfläche haben: störende Lichtreflexe können damit vermieden werden, weniger Staub setzt sich an der Bildfläche an. Das Bild ist zudem gut hinterlüftet, was zur Hängung an Aussenwänden z. B. in Altbauten von Vorteil ist, da sich weniger Feuchtigkeit hinter der Leinwand bilden kann.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß nur ein mittig gesetzter Haken in der Wand erforderlich ist und die waagrechte Ausrichtung des Bildes sehr leicht durch seitliches Verschieben bewerkstelligt werden kann. Für eine traditionelle Einrichtung ist diese Aufhängeart immer noch gebräuchlich; sie wird von manchen Einrahmungswerkstätten immer noch standardmäßig angewendet. Sie hat weiter den Vorteil, daß sie sehr leicht und ohne großen Materialaufwand anzuwenden ist. Alle Teile sind beim Einrahmer, im Baumarkt oder bei Galerie Alte Schule (mit ausführlicher Montageanleitung) erhältlich.

Zur Aufhängung werden zwei passende Ringschrauben benötigt, die an den Seitenleisten des Keilrahmens innen eingeschraubt werden. Der Abstand von oben bestimmt zusammen mit der Schnurlänge die spätere Neigung von der Wand (größerer Abstand von oben führt zu größerer Neigung der Bildfläche). Zur Montage empfiehlt es sich, die Einschraublöcher vorzubohren oder mit einem Vorstecher zu vertiefen. Die Ringschrauben werden so tief eingeschraubt, daß ihr Gewinde nicht mehr zu sehen ist. Daran wird ein passend abgelängter Bilderdraht oder eine reißfeste, starke Schnur geknüpft (Montageanleitung beachten). Die Länge wird so gewählt, daß der Aufhängepunkt möglichst weit oben, aber innerhalb der oberen Keilrahmeninnenkante verläuft.

Empfohlen: Vierpunktaufhängung

Verzug von großformatigen Gemälden auf Leinwand (über 1 m² Bildfläche) ist auf Dauer unvermeidbar. Sowohl das trockene, abgelagerte Leimholzprofil heutiger Keilrahmen als auch die modernen, hochelastischen Maltuche (Kettfaden aus Polymeren, Schussfaden aus Baumwoll/Polyester in Leinenindung) haben unvermeidbar stark hygroskopische Eigenschaften, die auf Dauer Verzugswirkungen hervorrufen. Die klassische Flachsleinwand (Kett- und Schussaden aus Flachsfasern) ist noch schwieriger: Schon bei kleinsten Luftfeuchtigkeitsschwankungen ist sie entweder straff wie ein Trommelfell und damit eine starke Belastung für den Keilrahmen, oder (bei trockenem Wetter und geheizten Räumen) merklich bis sichtbar schlaff. Dabei treten enorme Zugkräfte auf, die durch keine noch so stabile Keilrahmen- oder Einrahmungskonstruktion gehalten werden können. In Räumen mit schwankenden Temperaturen und Feuchtigkeitsgehalten in der Luft – also den ganz normalen Schwankungen durch das Lüften und den Heizungsbetrieb im Winter – treten zwangsläufig unterschiedliche Spannungen in den Leinwänden der Gemälde auf. Einrahmer und Eigentümer von Leinwandgemälden schlagen dann manchmal zu früh und zu stark die Keile nach, was bei der nächsten Feuchtperiode unweigerlich zum Verzug des Keilrahmens führt. Mit großer Wahrscheinlichkeit steht dann eine der vier Ecken deutlich von der Wand ab.

Vierpunktaufhängung, Montageteile und Schlüssel © Galerie Alte Schule
Vierpunktaufhängung, Montageteile und Schlüssel © Galerie Alte Schule

Es muss also eine Aufhängemethode gewählt werden, die jegliche Verzugskräfte sicher aufnimmt und in die Wand ableitet: die Vierpunktaufhängung.

Aus der Idee der Diebstahlsicherung für wertvolle, gerahmte Bilder entstand die Vierpunktaufhängung mittels vier T-Schrauben und Schlossplatten. Diese Teile sind im gut sortierten Einrahmungsfachgeschäft oder auch von Galerie Alte Schule (zusammen mit einer ausführlichen Montageanleitung) zu beziehen. Ein mitgelieferter flacher Schlüssel erlaubt das Verdrehen der T-Schraube, nachdem die am Rahmen angeschraubten Schlossplatten exakt auf die in vier Dübeln auf der Wand voreingestellten T-Schrauben gesteckt wurden. Das Leinwandbild ist damit ausreichend hinterlüftet und zudem diebstahlgeschütz dauerhaft befestigt.

Abbildung Montageanleitung Vierpunktaufhängung © Galerie Alte Schule

Ein weiterer Vorteil ist die Montierbarkeit von Keilrahmenbildern an schrägen Wandflächen oder an Decken (sofern an diesen Flächen gedübelt werden kann oder Holzunterkonstruktionen vorliegen). Für die meisten Montagesituationen können Empfehlungen für die technische Durchführung gegeben werden. Mit der Vierpunktaufhängung können selbst schwerste Bildträger (z. B. auf Holztafeln gearbeitete Bilder oder solchen mit schweren Zierrahmenkonstruktionen) dauerhaft sicher aufgehängt werden.

Hinweise zu guten Bedingungen am Aufhängeort finden Sie unter Gemäldepflege.